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Millionen für die Windkraft


07.12.2011

Zeitungsartikel erschienen in der Mainpost am 06.12.2011, Verfasser: Norbert Finster.
 
ÜZ macht Preistreiberei bei Verpachtung nicht mit
 
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, spielt sich gegenwärtig der Kampf um diejenigen Standorte für
Windkraftanlagen ab, die im aktualisierten Regionalplan Main-Rhön ausgewiesen sind. Eine zentrale Rolle
spielen dabei die Grundbesitzer. Sie haben es in der Hand: Soll ein Grundstück möglichst hohe Pachtsummen
bringen oder kommt ein regionaler Anbieter zum Zug, der zwar nicht so viel Pacht zahlt, dafür aber garantiert,
dass die Wertschöpfung in der Region bleibt.
 
Die Unterfränkische Überlandzentrale (ÜZ) bekennt sich seit Jahr und Tag zu den regenerativen Ideen und in-
vestiert folglich auch in die Windkraft. Bereits beteiligt ist die ÜZ im Windpark Zieger bei Neumarkt mit fast 2,0
Megawatt und im Windpark Domitz bei Halle mit 1,6 Megawatt. Der größte Wurf aber soll oberhalb von Forst bei
Schonungen entstehen, wo die ÜZ mit fünf großen Windrädern insgesamt 11,5 Megawatt aus der Windkraft
gewinnen will. Diese Anlagen sollen zwischen 15 und 18 Millionen Euro kosten und bis Ende März 2012 fertig
sein.
 
Für diesen Standort wurde eine eigene Betreibergesellschaft als Tochter der ÜZ gegründet, die ÜZ Windpark
Schonungen GmbH & Co. KG mit Sitz in Schonungen. Geplant ist eine direkte und eine indirekte Beteiligungs-
möglichkeit an der Windkraft, teilweise unter Einbeziehung regionaler Partner. Dazu werden im Frühjahr 2012
entsprechende Angebote herauskommen.
 
Der erzeugte Strom wird über eine Leitungslänge von 16,5 Kilometer von Waldsachsen nach Heidenfeld tran-
sportiert. Dazu wurde ein neues 20-kV-Kabelsystem errichtet, welches je Einzelader einen Querschnitt von 300
Quadratmillimeter besitzt. Die Verlegung erfolgt größtenteils im Kabelpflugverfahren. Die Unterquerung des
Mains, der Autobahn A 70 und anderer Straßen erfolgt im Spülbohrverfahren. Die Trasse kostet rund eine Million
Euro.
 
Nachdem die Leistung mit 11,5 Megawatt auf der 20-kV-Netzebene zu Spannungsschwankungen führen würde,
musste der Anschlusspunkt beim neu errichteten Umspannwerk in Heidenfeld gewählt werden. Dessen Auf-
gabe war es bisher, hauptsächlich überschüssigen Sonnenstrom an die „Stromautobahn“ weiterzuleiten.
 
Bei mehreren anderen Windkraft-Standorten, die laut Regionalplan Main-Rhön im Versorgungsgebiet der ÜZ
möglich wären, haben die Lülsfelder auch Flagge gezeigt und die lokale Option angeboten. Hier ist das Pro-
blem, dass sich externe Investoren Grundstücke mit hohen Pachtversprechen sichern, bei denen die ÜZ nicht
mithalten will. „Hier ist die Frage maximaler Pachtpreis oder regionale Partnerschaft“, sagt Gerd Bock, geschäfts-
führender Vorstand bei der ÜZ. In den Gemeinden, in denen der Regionalplan Vorrangflächen für Windkraft aus-
weist, sei bereits ein „Hauen und Stechen“ um die Grundstücke entbrannt.
 
Hier befinde man sich bereits in einer entscheidenden Phase, denn wenn einmal Pachtverträge abgeschlos-
sen sind, dann ist das langfristig nicht mehr reversibel bei einer Laufzeit von 20 Jahren. Als Energieunterneh-
men bietet die ÜZ eine lokale Partnerschaft, die auch für den Betrieb der Anlagen Verlässlichkeit bietet. Die
Entscheidung, wer baut und ob die Bürger der Region von der Stromerzeugung profitieren, treffen aktuell eine
Reihe von Grundbesitzern, um welche sich eine Vielzahl von Flächenakquisiteuren bemüht.
 

Grundsätzlich ist die Region recht windarm. Deswegen gelten die möglichen Bauplätze für Windräder im Regio-
nalplan als Schwachwindstandorte. Ob die Investoren deshalb überhaupt bauen werden, ist nach Einschätzung
von Gerd Bock ungewiss. Aber sie halten erst einmal die Hand auf die Standorte. Schließlich, so Bock, sei es
möglich, dass sich die Windkraft-Technik schnell verbessert – und sich plötzlich auch Schwachwind-Standorte
rentieren

 



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