ÜZ

Lebensretter aus Überzeugung

23.01.2018

Zeitungsartikel MainPost vom 20.01.2018
Verfasser Norbert Vollmann

 

Kampf gegen Leukämie

Aufgrund einer Typisierungsaktion der ÜZ ist unser Mitarbeiter Johannes Dallner jetzt zum 4.000. Spender der Stiftung "Aktion Knochenmarkspende Bayern" (AKB) geworden.

Mehr als 200 Frauen und Männer hatten sich am 23. Oktober 2015 bei der Aktion „ÜZ gegen Leukämie“ am Stammsitz in Lülsfeld Blut abnehmen lassen, um im Typisierungslabor die Gewebemerkmale bestimmen und sich als Blutstammzellenspender für Leukämie-Patienten registrieren zu lassen. Einer von ihnen war ÜZ-Mitarbeiter Johannes Dallner aus Gerolzhofen. Dem 24-Jährigen kam jetzt die Ehre zu, als 4.000. Spender der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ in der Klinik in Gauting bei München seine Stammzellen für einen ihm unbekannten Patienten gespendet zu haben. 

Pflichtbewusst und ohne jegliche Vorahnung, dass er der 4.000. Spender sein würde, hatte er seine Aufgabe als Lebensretter übernommen. Erst nach der Entnahme erfuhr er zu seiner großen Überraschung davon, dass die Ehrung auf ihn fallen sollte, wie er berichtet. 

Der gebürtige Brünnauer, der mit seiner aus Oberschwarzach stammenden Freundin in Gerolzhofen wohnt, unterstreicht: „Für mich war immer klar, wenn ich einem Menschen das Leben retten kann, dann versuche ich das!“ 

Registriert ist der Elektriker im Bereich Netzservice in der Spenderdatei der Stiftung AKB eben seit der Typisierungsaktion, die am 23. Oktober 2015 von der Unterfränkischen Überlandzentrale in Lülsfeld durchgeführt worden war.

Im November war Johannes Dallner informiert worden, dass er in die engere Auswahl für eine Spende gekommen sei. Darauf suchte er seinen Hausarzt auf, um die erforderliche Verfeinerung der Blutuntersuchung vornehmen zu lassen. Das Ergebnis war, dass soweit alles passte und er das benötigte Mittel gegenden Blutkrebs für diesen speziellen Fall in sich trug.

Am 27. Dezember wurde er in Gauting nochmals richtig auf Herz und Nieren geprüft und sein körperlicher wie gesundheitlicher Zustand gecheckt. Wenige Tage später stand fest, dass er in vollem Umfang fit und tauglich ist und endgültig als Spender in Frage kommt. Als Termin für die Entnahme war der 10. Januar vereinbart worden.

Fünf Tage zuvor wurde durch den Hausarzt damit begonnen, ihm das Medikament zu spritzen, damit die Stammzellen ins Blut gelangen. In dieser Phase muss damit gerechnet werden, dass grippeähnliche Symptome auftreten. Johannes Dallner berichtet: „Bei mir war es relativ harmlos. Die folgenden vier Tage waren aber trotzdem nicht ohne.“

Dann ging es jetzt in Begleitung seiner Freundin Heike zur Stammzellspende in die Klinik nach Gauting, um die benötigten Inhaltsstoffe in ausreichendem Maße aus seinem Blut herauszufiltern. Hierzu war man am Tag zuvor angereist.

Johannes Dallner: „Die Entnahme selbst war ein Kinderspiel. Ich hatte keine Probleme und konnte anschließend wieder heim. Fahren durfte ich natürlich nicht, weshalb meine Freundin gefahren ist.“

Der ÜZ-Mitarbeiter bekräftigt: „Mit einer kleinen Spende und mit geringem Aufwand so etwas Großes zu tun und Leben zu retten, ist ein sehr gutes Gefühl und schon Wahnsinn.“ Dazu müsse man sich nur typisieren lassen und dann hoffen, als Spender in Frage zu kommen. Seine Freundin Heike Holeksa sagt: „Ich bin stolz auf das Engagement von Johannes. Seit dem ersten Anruf im November 2017 fieberte er dem Termin entgegen.“

Wenngleich jede Spende gleich wichtig ist, so ist die 4.000. Spende für die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern doch ein besonderes Ereignis und ein wichtiger Markstein. Dazu Vorstand Dr. Hans Knabe: „Für uns bedeutet der 4.000. Spender einen großen Grund zur Freude. Seit 25 Jahren vermitteln wir Stammzellspenden in die ganze Welt. Damit geben wir Patienten die Chance auf ein gesundes Leben ohne Leukämie oder eine andere schwere Krankheit des blutbildenden Systems.“

Dass man nun den 4.000. Spender ehren konnte, hätte er sich nie erträumen lassen, so Hans Knabe. Jetzt setze die AKB alles daran, schon bald Spender Nummer 5.000 zu begrüßen. Für Johannes Dallner und seine Freundin gab es als kleines Dankeschön eine Torte, die zusammen mit den Mitarbeitern der Stiftung AKB feierlich geteilt wurde.

Den Ausschlag zu der mit der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“, kurz AKB, bei der ÜZ im Oktober 2015 durchgeführten Aktion hatte die dank eines Spenders geheilte Erkrankung von Bernd Brönner gegeben. Der inzwischen im Mai 2017 aus dem aktiven Dienst ausgeschiedene langjährige Elektro- und Sicherheitsingenieur in der Netzplanung der ÜZ hatte acht Jahre lang auch das Amt des Betriebsratsvorsitzenden bekleidet. Nach der Diagnose Leukämie waren ihm Anfang 2014 die Blutstammzellen eines Spenders übertragen worden. Sein Beispiel zeigte und zeigt, dass die heimtückische Krankheit jeden treffen kann, dass aber große Heilungschancen bestehen, wenn eben der entsprechende Spender gefunden wird.

Nach wie vor ist Bernd Brönner vor allem seinem Spender „unendlich dankbar", wie er auch jetzt wieder betont. Denn auch bei ihm konnte die Leukämie trotz aller ärztlicher Kunst erst durch die Bereitschaft seines Spenders, sich typisieren zu lassen und auch Stammzellen zu spenden, geheilt werden. Umso mehr findet es der Alitzheimer „echt toll und super, dass jetzt tatsächlich mit Johannes Dallner ein Spender gefunden werden konnte, der sich bei der Aktion im Oktober 2015 registrieren ließ“. 

Johannes Dallner ist der zweite Stammzellenspender aus den Reihen der ÜZ. Der erste war Nikolas Edelmann. Neben Bernd Brönners Erkrankung hatte zugleich seine Stammzellenspende Anlass zu der Typisierungsaktion gegeben. Der junge ÜZ-Mitarbeiter hatte sich im Mai 2010 als Stammzellenspender registrieren lassen. Im Mai 2013 war er der passende genetische Zwilling eines Blutkrebspatienten. In diesem Fall war es eine Frau aus Italien, für die Nikolas Edelmann zum Lebensretter wurde. 

Zur Finanzierung der Laborkosten für die Typisierungsaktion verwendete die ÜZ damals die traditionelle Weihnachtsspende. Um die Einweisung und Anmeldung sowie die Betreuung der Spender kümmerten sich Mitarbeiter der ÜZ. Die Ausgabe der Blutröhrchen und Spenderausweise übernahm das AKBTeam um Vorstand Dr. Hans Knabe. Für die Blutabnahme sorgten wiederum Arzthelferinnen und Mediziner aus der Region. Allesamt waren sie freiwillig und unentgeltlich im Einsatz. Sophie Schwab, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit Bayern, hat die 4.000. Stammzellenspende der AKB zum Anlass genommen, um die Bedeutung deren Arbeit für Betroffene weltweit zu unterstreichen. Zudem appelliert sie aus diesem aktuellen Anlass an Bayerns Bevölkerung, sich registrieren zu lassen und so möglicherweise Leben zu retten.

 

Filmbeiträge:

AKB-Filmbeitrag

Dieses Video wurde uns von Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern, Robert-Koch-Allee 23, 82131 Gauting freundlicherweise zur Verfügung gestellt.  Internetseite der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern

 

Filmbeitrag Abendschau

Dieses Video verlinkt auf die Mediathek des Bayerischer Rundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts, Rundfunkplatz 1, 80335 München  Internetseite Bayerischer Rundfunk

 

Der Kampf der AKB gegen Leukämie

Alle 45 Minuten erhält in Deutschland ein Bundesbürger die Diagnose, an Leukämie erkrankt zu sein. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts Berlin sind es rund 11.000 Menschen im Jahr. Obwohl sich bereits mehr als 31 Millionen Spender in ein weltweit vernetztes Register aufnehmen ließen, steht für jeden zehnten Patienten noch immer kein passender Stammzellenspender bereit. Seit 25 Jahren setzt die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern hier an: Potenzielle Lebensretter registrieren, passende Stammzellspender vermitteln und Stammzellspenden an Patienten in der ganzen Welt senden. Typisieren lassen kann sich jeder zwischen 17 und 45 Jahren, der gesund und in körperlich guter Verfassung ist. Der Spender verbleibt in der Datei bis er das 60. Lebensjahr vollendet hat. Details zur Aufnahme als Stammzellspender in die weltweit vernetzte Datei finden sich auf der Webseite www.akb.de

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