ÜZ

Lina am Lötkolben

28.04.2010
Zeitungsartikel aus der Mainpost erschienen am 24.04.2010, verfasst von Norbert Finster.
 
Ein Hubsteiger – was ist denn das?“ Katharina und ihre sieben Kolleginnen lernen gleich zu Beginn des Girls' Day jede Menge neuer Begriffe. Die acht Mädchen sind für einen Tag zu Besuch in der Unterfränkischen Über-landzentrale (ÜZ), um in technische Berufe hineinzu-
schnuppern.
 
„Wir hätten das Dreifache an Mädchen nehmen können, aber das wäre dann doch etwas viel“, erzählt Doris Schneider, die den Tag organisiert hat. So musste das Los entscheiden, wer an diesem Tag mal sehen kann, was etwa ein Vermessungstechniker so macht, wie es auf einer Baustelle zugeht oder wie eine Biogasanlage funktioniert.
 
Am Anfang sind die jungen Damen noch etwas schüchtern, aber das Eis bricht schnell. Sie habe schon viel Gutes vom Girls' Day gehört und deswegen mitgemacht, sagt Lisa. Dass dieser Tag eine gute Sache ist, darüber sind sich alle einig. Die 13- bis 14-jährigen Mädchen kommen alle aus dem Raum Gerolzhofen und besuchen alle Schultypen von der Hauptschule bis zum Gymnasium.
 
ÜZ-Direktor Gerd Bock hat die Mädchen am Beginn des Programms höchstpersönlich begrüßt. Danach stellt Daniel Hünnerkopf das Unternehmen vor und zeigt das Werksgelände. Er erzählt dabei auch, welche Ausbildungsmöglichkeiten es bei der ÜZ gibt.
 
Wie der Strom aus den großen Überlandleitungen sich ins Versorgungsgebiet „verästelt“, erfahren die Mädchen am Umspannwerk bei Brünnstadt, das ihnen Wolfgang Haas zeigt. Richard Sendner führt sie dann durch die Biogasanlage bei Oberspiesheim.
 
Am Nachmittag wird es praktisch. Ausbildungsleiter Thomas Strumpf zeigt den Mädchen kleine Arbeitsbeispiele aus dem ersten Lehrjahr, wie zum Beispiel das Löten. „Aufpassen, vorne ist der Lötkolben 400 Grad heiß“, sagt er zu Lina, die sich recht geschickt an der Werkbank anstellt.
 
Schließlich geht es hinaus auf eine Baustelle, wo die Mädchen endlich in natura sehen, was ein Hubsteiger ist. Wer schwindelfrei ist, darf mit hinauffahren zur Mastspitze und helfen, ein Vogelgitter anzubringen. Diese Arbeit gehört zum Vogelschutzprogramm der ÜZ. Die Gitter sollen verhindern, dass Vögel mit größerer Spannweite mit den Schwingen gleichzeitig an Stromleitung und Mast geraten und dabei einen meist tödlich Stromschlag bekommen.
Auch für die ÜZ ist ein solcher Unfall recht unangenehm, denn er kann einen Kurzschluss und damit eine Unterbrechung der Stromversorgung verursachen. Am Ende versammeln sich Katharina Solf (Düttingsfeld), Jacqueline Kestler (Lülsfeld), Lisa Füglein (Michelau), Lina Werner (Alitzheim), Victoria Knaupp (Alitzheim), Johanna Popp (Schwanfeld), Katharina Fick (Stadelschwarzach) und Sandra Blättner (Järkendorf) noch einmal mit allen Referenten zur „Manöverkritik“. Wer weiß, vielleicht hat der Tag der einen oder anderen so gut gefallen, dass sie demnächst öfter mal nach Lülsfeld kommen – als Auszubildende. Die Chance dazu ist da, denn die ÜZ hat angekündigt, in diesem Jahr erstmals auch Mädchen in technischen Berufen auszubilden.


Mehr Informationen zur Ausbildung in der ÜZ Lülsfeld, hier.

 

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