ÜZ

Nimmt ÜZ Billiganbieter vom Netz?

30.03.2011
Zeitungsartikel erschienen in der Main-Post am 30.03.2011, Verfasser: Norbert Finster.
 
(fi) Allein in den vergangenen vier Monaten hat die Unterfränkische Überlandzentrale (ÜZ) dem Billigstromanbieter TelDaFax sechs Mahnungen für ausstehende Netzentgelte zugesandt. Bereits im Jahr 2010 soll TelDaFax die Außenstände nur mit erhöhtem Druck und erheblicher Zeitverzögerung beglichen haben, so die ÜZ in einer Pressemitteilung. Von den Forderungen für das erste Quartal 2011 sei bis heute keine einzige beglichen.

Damit, so Peter Mahler, zuständig für die Organisation bei der ÜZ, bleibe den Lülsfeldern nichts anderes übrig, als mit dem Entzug des Netzzugangs zu drohen. Die ÜZ hat TelDaFax deshalb eine allerletzte Frist zur Begleichung offener Forderungen bis Ende dieser Woche gesetzt.

Betroffen sind derzeit rund 130 Entnahmestellen im Netzbereich der ÜZ. Für solche Fälle hat der Gesetzgeber vorgesehen, die Kunden durch den vor Ort zuständigen Grundversorger mit einem Pflichttarif zu beliefern. Somit ist aktuell die Stromversorgung für alle im Netzbereich der ÜZ ansässigen TelDaFax-Kunden sichergestellt, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Nach Auskunft von Robert Ruppenstein, Leiter der Abteilung Vertrieb/ Beschaff- ung bei der ÜZ, ist der Pflichttarif der Lülsfelder identisch mit dem Grundversorgungstarif und liegt damit „keinen halben Cent“ pro Kilowattstunde über dem Wettbewerbstarif.

Im Ernstfall können sich die Betroffenen natürlich einen neuen Stromversorger suchen, sind also nicht zwangs- läufig an die ÜZ gebunden. Und dieser Ernstfall könnte rasch eintreten: „Wenn TelDaFax die Frist wieder nicht einhält, sind wir berechtigt zu einer Sperrung des Netzes“, sagt Peter Mahler auf Anfrage der Main-Post.

Dieses Recht zieht auch Susanne Fiederer, Pressesprecherin bei der TelDaFax Holding AG mit Sitz in Troisdorf, nicht in Zweifel. Allerdings habe sich bei dem Billiganbieter inzwischen ein Investor gefunden, der Geldmittel bereitstellen werde, so Fiederer. Bei dem neuen Gesellschafter handele es sich um die Prime Mark Financial Group mit Sitz in Zypern. Die Firma statte TelDaFax mit zusätzlichem Kapital im mittleren zweistelligen Millionen- bereich aus. Das Geld nutze TelDaFax zur Schuldenrückzahlung und für Restrukturierungsmaßnahmen.

Prime Mark übernimmt 51 Prozent vom Finanzinvestor CPA Invest, der erst vor zwei Wochen bei TelDaFax ein- gestiegen war. Nun werde mit den Netzbetreibern gesprochen, bei denen noch Netzentgelte ausstehen, erklärt Fiederer. Die Sprecherin räumt Liquiditätsengpässe ihres Unternehmens ein. Dank des neuen Investors drohe aber keine Insolvenz. TelDaFax wolle weiterhin bundesweit Stromanbieter bleiben.

Etliche Netzbetreiber haben auf Grund von mit der ÜZ vergleichbaren Situationen TelDaFax bereits vom Netz genommen
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Für Fragen steht für Betroffene das Serviceteam der ÜZ zur Verfügung unter Tel. (09382) 604-604.

 

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