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über uns

Genossenschaft

Gemeinsam zu einem starken Unternehmen.

ÜZ Mainfranken – eine starke Genossenschaft

In allen wirtschaftlichen Bereichen, im sozialen und im kulturellen Bereich werden innovative Geschäftsideen in der Rechtsform der Genossenschaft umgesetzt.

In der Bundesrepublik Deutschland sind die genossenschaftlichen Unternehmen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Jeder vierte Mitbürger profitiert von der Zugehörigkeit zu einer Genossenschaft. Traditionelle Genossenschaften sind etwa Kreditgenossenschaften, landwirtschaftliche Genossenschaften oder Einkaufs- und Absatzgenossenschaften des Handels und des Handwerks sowie Wohnungsbaugenossenschaften.

Die Genossenschaft ist – unabhängig von der Verfolgung weitergehender Ziele – ein wirtschaftliches Unternehmen und kann von mindestens drei Mitgliedern gegründet werden. Sie wird geprägt durch die Grundsätze der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung.


Selbsthilfe bedeutet, dass sich mit Hilfe einer Genossenschaft einzelne juristische und/oder natürliche Personen mit ähnlich gelagerten wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Interessen zusammenschließen, um ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam Aufgaben zu bewältigen, die der Einzelne nicht erfüllen könnte. Selbstverwaltung und Selbstverantwortung bedeuten, dass jede Genossenschaft autonom ist, das heißt, von sich selbst verwaltet wird und für ihr Handeln auch selbst verantwortlich ist.


Das Genossenschaftsgesetz schreibt vor, wie die Organe einer Genossenschaft zu besetzen sind. Eine externe Einflussnahme durch Fremde ist ausgeschlossen. Jede Genossenschaft muss einem Verband angehören, dem das Prüfungsrecht verliehen wurde. Dieser prüft das Gründungsvorhaben im Interesse der Mitglieder und Gläubiger sowie die wirtschaftliche Entwicklung in regelmäßigen Zeitabständen. Er berät seine Mitgliedsgenossenschaften umfassend in betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen.


Die eingetragene Genossenschaft (eG) ist für eine umweltgerechte, verbraucherorientierte und verantwortungsbewusste Stromversorgung die optimale Unternehmensform. Die Mitglieder der Genossenschaft tragen alle anstehenden Projekte mit und partizipieren von den positiven Ergebnissen am Ende des Geschäftsjahres. Großanteilseigner, die direkt Einfluss auf die Firmenpolitik nehmen könnten, gibt es bei uns nicht.

Die Genossenschaft ÜZ Mainfranken

Hier finden Sie einige Eckdaten zu unserer Genossenschaft.

Gründung am 05.01.1910 im Zentrum des Versorgungsgebietes 379 Gründungsmitglieder aus 23 Orten

Stromversorgung in 143 Ortsteilen in den Landkreisen Schweinfurt, Kitzingen, Main-Spessart, Haßberge, Würzburg

Genossenschaftsverband Bayern e.V.
Türkenstr. 22 - 24
80333 München

Zweck ist die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb. Gegenstand des Unternehmens ist die Erzeugung, der Bezug und die Verteilung elektrischer Energie für Mitglieder und Nichtmitglieder der Genossenschaft sowie die Ausführung aller mit der Energieversorgung in Zusammenhang stehenden Geschäfte, wie private Installation und Vermittlung von Energiebedarfsgegenständen.

rd. 3.300 Mitglieder in 139 Ortsteilen des Netzgebietes, 119 örtliche Vertreter, gewählt aus den Reihen der Mitglieder.

derzeit 1.300,00 Euro je Mitglied

Die Rechte der Mitglieder in den Angelegenheiten der Genossenschaft werden von den Vertretern der Mitglieder in der Vertreterversammlung ausgeübt.

Die Wahl der Vertreter findet alle vier Jahre aus den Reihen der Mitglieder statt. Wiederwahl ist zulässig.

Jährlich gegen Mitte des Folgejahres

Die Unterfränkische Überlandzentrale eG hält diverse Beteiligungen an Projekten zur Erzeugung Erneuerbarer Energien.

Vorstand und Aufsichtsrat beschließen vor Erstellung der Bilanz, welcher Teil des Überschusses als genossenschafltiche Rückvergütung ausgeschüttet wird. Dabei ist auf einen angemessenen Jahresüberschuss Bedacht zu nehmen.

1910

Gründungsjahr der ÜZ

3300

Mitglieder

143

Versorgte Ortsteile

Die Historie der ÜZ Mainfranken

Hier erfahren Sie mehr zu unserer Geschichte - von der Entstehung bis heute.

In den Städten Deutschlands brennt bereits das elektrische Licht. Für die ländlichen Regionen gibt es noch keine Stromversorgung. In dieser „dunklen“ Zeit wird der rührige Bürgermeister der Gemeinde Lülsfeld, Johann Ziegler, tätig. Er ruft im Dezember 1909 die Bürgermeister-Kollegen der umliegenden Gemeinden zu einer Vorbesprechung zur Gründung einer Überlandzentrale ein um die Stromversorgung des „flachen Landes“ in die eigenen Hände zu nehmen. Schon am 5.Januar 1910 wird im Saalbau Tröster in Gerolzhofen eine Genossenschaft zur Stromversorgung des ländlichen Raumes gegründet. Ihr treten 23 Gemeinden und 379 Mitglieder bei. Die Geburtsstunde der ÜZ hat geschlagen. Die schwierige Anfangsfinanzierung gelingt nach einigen Anläufen. Schnell stellen sich die ersten Erfolge ein und schon 1911 werden die ersten Straßenbeleuchtungen installiert. Der Erste Weltkrieg erschwert den Aufbau des Unternehmens.

 Der Erste Weltkrieg ist gerade vorbei. Kriegsbedingte Nachwirkungen beeinträchtigen die Arbeit. Der Übertragungsverlust im Netz liegt deshalb bei 45 % des erzeugten Stromes. Die junge Genossenschaft muss dringend investieren. Gleichzeitig galoppiert die Geldentwertung. So steigen die Kosten für eine einzige Übergabestation von August 1923 bis November 1923 von 1,4 auf 22 Millionen Reichsmark. Gleichzeitig beginnt der Wettlauf der Stromerzeuger um die Versorgungsgebiete. In diesem Umfeld muss sich die junge Genossenschaft erfolgreich behaupten. Das ist keine leichte Aufgabe. Sie wird aber erfolgreich gemeistert.

Die ÜZ löst sich nach zähen Verhandlungen von einem ungeliebten Geschäftspartner, der mit der Betriebsführung beauftragt war. Unter Pfarrer Rüdenauer als Vorstandsvorsitzender der Überlandzentrale wird die Führung der Genossenschaft wieder in eigene Hände genommen. Der Vorgang geht als der „Lülsfelder Putsch“ in die Firmengeschichte ein. Der Strombedarf steigt. Arnstein, Volkach und Werneck werden in die Versorgung einbezogen. Eine Unterstützungskasse für die Belegschaft wird gegründet. Die Unterfränkische Überlandzentrale wird unter dem Druck der NSDAP zur Mainfränkischen Überlandzentrale umbenannt. Dem Betrieb wird eine politische Führung aufgezwungen. Der Zweite Weltkrieg beginnt und behindert den Aufbau des jungen Unternehmens ganz erheblich.

 Bis 1945 tobt der Krieg in Europa. Deutschland liegt vollkommen danieder. Die Überlandzentrale steht unter Treuhandverwaltung, das heißt, sie steht unter Fremdführung. Ihr Vermögen ist gesperrt. Trotzdem nimmt die ÜZ als erstes Energieversorgungsunternehmen Bayerns schon am 3.7.1945 die vollständige Stromversorgung wieder auf. Pfarrer Rüdenauer weist nach, dass nur wenige Genossen NSDAP-Mitglieder waren und erreicht deshalb die schnelle Aufhebung der Treuhandverwaltung. Das Genossenschaftsvermögen wird wieder freigegeben. Rüdenauer bringt als Treuhänder das Genossenschaftsleben wieder in Gang. Der Strombedarf steigt. Die Währungsreform bringt den Umschwung. Das „Wirtschaftswunder“ beginnt sich mit einer ersten wirtschaftlichen Belebung anzudeuten.

 Das „Wirtschaftswunder“ prägt auch die Entwicklung der ÜZ. Sie durchläuft eine stürmische geschäftliche Entwicklung. Der Strombedarf steigt sprunghaft von 10,4 Millionen Kilowattstunden im Jahr 1950 auf 26,4 Millionen Kilowattstunden im Jahr 1959. Im Versorgungsgebiet findet ein regelrechter Wettlauf zwischen den immer schneller steigenden Versorgungsanforderungen der Kunden und dem Bau und der Inbetriebnahme immer neuer Übertragungskapazitäten durch die ÜZ statt. Aus heutiger Sicht ist es zum Schmunzeln, wenn man bedenkt, dass die Unterfränkische Überlandzentrale in diesen Jahren Kunden mit „zu hohem Stromverbrauch“ für den Wiederholungsfall eine Stromsperre androhen musste. Die sozialen Leistungen der ÜZ werden verbessert. Es gibt eine Pensionskasse. Der Samstag wird arbeitsfrei. Der technologische Fortschritt ist atemberaubend.

Jetzt gibt es die ÜZ schon 50 Jahre. Die gute geschäftliche Entwicklung geht weiter. Der Stromverkauf steigt von 21,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr 1955 auf 60,6 Millionen Kilowattstunden im Jahr 1965 und damit um 281 %. Gleichzeitig greifen große technische und organisatorische  Neuerungen: Die Versorgungsnetze der ÜZ werden auf 220/380 Volt umgestellt. Der Sprechfunk wird eingeführt. Die Bezirksstellen Volkach und Arnstein werden gebaut. Im Jahr 1967 beginnt das bislang größte Bauprojekt der Firmengeschichte: Die vollkommene Erd-Verkabelung des Niederspannungsnetzes, welche erst runde dreißig Jahre später abgeschlossen werden sollte. Damit beweist die ÜZ früher als andere innovatives Denken, vorausschauendes Handeln und den Drang zu größtmöglicher Sicherheit der Stromversorgung für ihre Kunden. Kurzum: Die ÜZ ist in diesem Jahrzehnt hochaktiv um sich für die nächsten 50 Jahre fit zu machen.

 Trotz der Gemeinde-Gebietsreform 1972 und der Auflösung vieler selbständiger Gemeinden wird in der Genossenschaft sichergestellt, dass jeder Ort seinen eigenen Genossenvertreter behält. Die Arbeitszeit wird bei vollem Lohnausgleich auf 40 Stunden reduziert. Die wirtschaftliche Entwicklung der ÜZ weist steil nach oben. Das „Nervenzentrum“ der ÜZ, der Ort, an dem alle Informationen zusammenlaufen, die Netzleitstelle, wird gebaut. Das erste Umspannwerk Brünnstadt entsteht und verbessert die Versorgungssicherheit. Zwischen 1965 und 1975 steigt der Stromverkauf von 60,6 Millionen auf stolze 148,9 Millionen Kilowattstunden und damit um ganze 245 %. Die Einführung des Kohlepfennigs zur Stützung des Kohlebergbaus verteuert den Strompreis. Neue Werkstatt- und Verwaltungsgebäude werden in Angriff genommen. Die rasante Entwicklung der Elektrotechnik, der Elektronik und vor allem der Datenverarbeitung stellen hohe Anforderungen an die Flexibilität des Unternehmens. Die erste Ölkrise erschüttert die Weltwirtschaft. Durch die Verteuerung des Ölpreises steigt der Bezugspreis für Strom beim Vorlieferanten Bayernwerk um 40 %.

 Der Anfang dieses Jahrzehnt wird bestimmt durch die zweite Ölkrise, ausgelöst durch die Revolution im Iran, aber auch durch ein stürmisches Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren. Der Stromabsatz der ÜZ an Industriekunden wächst dadurch erheblich. Der Arbeitsanfall ist nur durch den verstärkten Einsatz der EDV zu bewältigen. Die ÜZ feiert ihr 75jähriges in einem neu errichteten Verwaltungsgebäude. Die ÜZ-Gas GmbH - gegründet um benachbarte Gasanbieter im ÜZ-Gebiet abzuwehren - betreibt den kontinuierlichen Ausbau der Gasversorgung in vielen Gemeinden. Die markanten Schlusspunkte dieses Jahrzehnts werden aber gesetzt durch den Reaktorunfall in Tschernobyl und die Wiedervereinigung Deutschlands.

Dieses Jahrzehnt stellt die ÜZ vor die nächste große Herausforderung der Firmengeschichte: Das Ende des Gebietsschutzes. Die Entlassung in den Wettbewerb. Die Erzwingung neuer Tarife durch den Gesetzgeber. Die Zulassung der Konzessionsabgabe. Ende dieses Jahrzehnts befindet sich die ÜZ außerdem im Wettbewerb mit den Stromgiganten in Deutschland. Doch die ÜZ reagiert: Die Organisation wird gestrafft. Die sechs Bezirksstellen werden auf nur noch zwei in Lülsfeld und Werneck zusammengelegt. Die ÜZ-Gas GmbH wird in die unterfränkische Gasversorgung GasUf eingebracht. Die Stadtwerke Prichsenstadt übernommen. 100 % aller Ortsnetze sind verkabelt. Im ÜZ-Gebiet gibt es keine Dachständer mehr. Längere Stromausfälle sind damit im ÜZ-Netzgebiet kein Thema mehr.

Wer Im Wettbewerb mit den ganz Großen der Branchen steht, muss sich behaupten oder weichen. Und die ÜZ behauptet sich. Die Stadtwerke Gerolzhofen werden übernommen. Das neu errichtete Umspannwerk Knetzgau verbessert zusätzlich die Versorgungssicherheit. Die Kundenbetreuung wird ausgebaut. Neue Dienstleistungen und neue Stromtarife werden eingeführt. Die ÜZ investiert in die eigene Stromerzeugung aus Windkraft. Nirgendwo in Deutschland wird prozentual mehr Strom aus Fotovoltaikanlagen in das eigene Netz eingespeist als bei der ÜZ. Obwohl die Wahl des Stromlieferanten freigegeben wird: Die Kunden bleiben der ÜZ treu. Die ÜZ steht bundesweit in der Spitze der günstigsten Anbieter! Die kluge Unternehmensführung der vergangenen Jahrzehnte bewährt sich. Die ÜZ ist weiterhin eine wirtschaftlich selbstständige Genossenschaft und stellt damit auf dem deutschen Strommarkt eine Besonderheit dar. Um den künftigen Herausforderungen gerecht zu werden, wird der Um- und Neubau von Verwaltungs- und Lagergebäude in Lülsfeld in Angriff genommen.

Die Rahmenbedingungen des Strommarktes verschärfen sich: Der Staat will die Macht der Stromgiganten einschränken, trifft aber kleinere Anbieter wie die ÜZ doppelt hart. Trennung von Stromnetzbetrieb und Stromverkauf, Ertragsobergrenzen für Stromversorger, kostenintensiver Ausbau der Netze für Strom aus Fotovoltaik- und Windkraftanlagen sind die Stichworte. Strom zu festen Preisen gehört der Vergangenheit an. Strompreis entsteht täglich neu an der Strombörse. Wir wollen trotzdem zu den preisgünstigsten Anbietern Deutschlands gehören, wie bisher. Die ÜZ setzt auf das Vertrauen der Kunden, das wir in hundert Jahren aufgebaut haben, auf unsere Nähe zur Region und den persönlichen Service. Eigenschaften, die von neuen und werbeintensiven Wettbewerbern nicht geboten werden können.

Die ÜZ wächst weiter. Der frühzeitige Ausbau der erneuerbaren Energien macht sich bezahlt. Die ÜZ entwickelt sich zum Vorreiter für grüne Energie und hat bereits im Jahr 2014 die Ziele der Bundesregierung für die Energiewende erreicht - und das ganze 36 Jahre früher. Bereits heute wird im Versorgungsgebiet der ÜZ mehr Strom aus regenerativen Energien erzeugt, als insgesamt verbraucht. Die nächste Herausforderung in der Energiewende wird sein, Erzeugung und Verbrauch zeitlich sowie örtlich zu synchronisieren. Die ÜZ entwickelt stetig neue Geschäftsfelder wie zum Beispiel Elektromobilität, Glasfaser oder Kaltwärme. Für ihren vorbildlichen Einsatz und innovative Konzepte im Umgang mit erneuerbaren Energien, erhielt die ÜZ 2018 den Hauptpreis beim Bayerischen Energiepreis. Die Energiebranche ist im ständigen Wandel, was eine laufende Veränderung mit sich bringt. Die ÜZ ist dem bestens gewachsen, denn sie verbindet Tradition mit Dynamik und bringt Fortschritt in die Heimat.

Das ist klar vorgezeichnet. Die ÜZ setzt alles daran, das in hundert Jahren erarbeitete Vertrauen der Kunden weiter zu rechtfertigen. Die Region und die ÜZ gehören zusammen. Wir sind Teil der Wirtschaftskraft dieses Raumes. Wir bieten Arbeitsplätze vor Ort. Das erwirtschaftete Kapital bleibt in der Region. Unsere Aufträge gehen an den heimischen Mittelstand. Dort sichern sie Arbeitsplätze. Für die Jungen stellen wir überdurchschnittlich viele Ausbildungsplätze zur Verfügung. Wir sind ökologisch sensibel und erzeugen immer mehr Strom aus Windkraft und Fotovoltaik. Unsere Kunden haben die längsten Stromspartarif-Zeiten in Bayern. Unser Strompreis gehört zu den niedrigsten in Deutschland. Wir garantieren neutrale Energieberatung. Wir sind vor Ort und persönlich erreichbar. Wir versuchen täglich das zu sein, worauf es heute ankommt: Seriös und zuverlässig. Die ÜZ ist zu einem Qualitätsbegriff geworden – und das soll so bleiben.