24.04.2026
Abschlusstreffen Klimaschutznetzwerk
Von der Idee zur Umsetzung: Netzwerke im ÜZ-Gebiet stoßen hunderte Klimaschutzmaßnahmen in den Kommunen an
24.04.2026
Von der Idee zur Umsetzung: Netzwerke im ÜZ-Gebiet stoßen hunderte Klimaschutzmaßnahmen in den Kommunen an
Nach drei Jahren intensiver Zusammenarbeit sind die Klimaschutz-Netzwerke Nord/West und Süd/Ost im gesamten Versorgungsgebiet der ÜZ Mainfranken erfolgreich abgeschlossen worden. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in Geldersheim kamen Vertreterinnen und Vertreter aus 47 Kommunen sowie dem Landkreis Schweinfurt zusammen, um Bilanz zu ziehen – und zugleich den Blick nach vorne zu richten.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Geldersheimer Bürgermeister Thomas Hemmerich, ÜZ-Vorstand Jürgen Kriegbaum sowie Markus Weber vom Institut für Energietechnik (IfE). Bereits zum Auftakt wurde deutlich, welche Bedeutung die Netzwerke in den vergangenen drei Jahren für die Region gewonnen haben. Auch Themen wie Digitalisierung, neue Anforderungen an das Energiesystem sowie das steigende Interesse an Speicherlösungen wurden als zentrale Entwicklungen und Herausforderungen hervorgehoben.
Im weiteren Verlauf stellte Pia Meiller vom Institut für Energietechnik aktuelle Entwicklungen in der Energiewirtschaft vor und ordnete zentrale politische Rahmenbedingungen ein. Dabei ging es unter anderem um aktuelle Gesetzesvorhaben sowie die Weiterentwicklung von Fördermechanismen. Ein wichtiger Aspekt: Künftig könnten Projekte stärker nach ihrem Reifegrad bewertet werden, um gezielt solche Vorhaben zu unterstützen, die einen besonderen Beitrag zum Energiesystem leisten – anstelle des bisherigen „Windhundprinzips“ ("Wer zuerst kommt...").
Anschließend blickten Netzwerkmanager Dr. Benjamin Geßlein gemeinsam mit den Teilnehmenden auf die vergangenen drei Jahre zurück. Neben den konkreten Projekten standen dabei auch übergeordnete Themen im Fokus – etwa aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Windenergie und Wärmeversorgung, aber auch Fragen der Klimaanpassung wie der Umgang mit Grünflächen oder Konzepte der „Schwammstadt“.
Dass die Netzwerkarbeit konkrete Wirkung entfaltet hat, zeigt sich in zahlreichen umgesetzten und angestoßenen Maßnahmen vor Ort. Insgesamt wurden rund 300 Projekte identifiziert, die als Grundlage für Investitionen und strategische Entscheidungen dienen.
Einige Beispiele aus der Region:
Diese Projekte stehen exemplarisch für die Bandbreite der Themen, die in den Netzwerken bearbeitet wurden – von erneuerbaren Energien über Wärmeversorgung bis hin zu strategischen Planungsinstrumenten.
Grundlage für diese Ergebnisse war ein strukturierter Austausch über die gesamte Projektlaufzeit hinweg. In regelmäßigen Netzwerktreffen sowie durch ergänzende fachliche Beratung konnten die Kommunen Erfahrungen teilen, Herausforderungen diskutieren und konkrete Lösungen entwickeln.
Die ÜZ Mainfranken gründete und organisierte die beiden Netzwerke und koordinierte die Zusammenarbeit über ihr gesamtes Versorgungsgebiet hinweg. Fachlich begleitet wurden die Kommunen durch das Institut für Energietechnik.
Die Förderung erfolgte im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative über die Kommunalrichtlinie durch die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH mit einem Anteil von 60 Prozent.
Neben dem Rückblick stand bei der Veranstaltung vor allem der Blick nach vorne im Fokus. In einer Keynote sowie einer Podiumsdiskussion wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen Kommunen künftig stehen – und welche Rolle Zusammenarbeit dabei spielt.
Ein zentrales Thema war die Frage, wie die Energiewende vor Ort erfolgreich gestaltet werden kann. Dabei wurde deutlich, dass neben technischen und wirtschaftlichen Aspekten vor allem Kommunikation und Akzeptanz eine entscheidende Rolle spielen. Projekte müssten für Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar und erlebbar sein – etwa durch konkrete Vorteile vor Ort und regionale Wertschöpfung.
Auch die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen sowie einer klaren Kommunikation wurde hervorgehoben. Beispiele wie das Energiekompetenzzentrum in Amberg zeigen, wie Information und Beteiligung konkret gestaltet werden können.
Mit dem Ende der dreijährigen Förderphase werden die Netzwerke planmäßig abgeschlossen. Gleichzeitig wurde bei der Veranstaltung deutlich: Für die beteiligten Kommunen ist dies kein Schlusspunkt.
Die aufgebauten Kontakte, Strukturen und Arbeitsweisen sollen weiter genutzt werden. Ziel ist es, den Austausch fortzuführen, Projekte weiterzuentwickeln und die Energiewende in der Region gemeinsam voranzubringen.
Die vergangenen drei Jahre zeigen: Interkommunale Zusammenarbeit ist ein entscheidender Schlüssel, um die Herausforderungen der Energiezukunft erfolgreich zu gestalten.
